Zurück zur Vernunft
Ein Gespräch zweier Künstler, die sich über Michael Ende's "Momo", fliessendes Geld, CBDC's und die Befreiung von den "grauen Männern" unterhalten.
“Zurück zur Vernunft” thematisiert die wirklich wichtigen Themen, die – richtig angegangen – das Potential haben, die Menschheit von der Knechtschaft des Geldes und der Schuldenwirtschaft zu befreien:
Reform des Geldsystems: Sparen soll nur bedingt belohnt (nämlich mittels Einzahlungen in den Wertspeicher) und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes erhöht werden. Die Währung wird regelmässig neu geprägt. Zum Zeitpunkt der Neuausgabe verliert die bisherige Prägung an Wert, welcher als Steuer abgeführt wird (= fliessendes Schwundgeld nach Beispiel von Wörgl). Fixe Geldmenge, keine Zinsen und Zinseszinsen, kein neues Geld, das als Schuld geschöpft wird. Grosse Kapitalvermögen können nicht mehr leistungslose Erträge liefern, weil sie als Einlage im Wertspeicher keinen Zins abwerfen.
Die soziale Dreigliederung nach Rudolf Steiner (Bildung, Politik, Wirtschaft als voneinander komplett unabhängige Sozialbereiche)
Humane Marktwirtschaft nach Peter Haisenko: Keine Einkommenssteuern, beschränkte Erbschaftssteuern. Staat leistet nur Infrastrukturprojekte mit Geld, die durch Mehrwertssteuern und sanften Steuern auf Vermögen geleistet werden. Altersvorsorge nach eigenem Ermessen in den “Wertspeicher”. Geld verliert wie jedes andere Gut an Wert, je älter es ist.
In seinem Buch legt Haisenko dar, dass das heutige Geldsystem mit der steten Erhöhung der Geldmenge durch Kreditvergabe (Geschäftsbanken) inkl. Zinsbelastung keinesfalls alternativlos ist. Zwischen 1050 und 125 war auf dem Gebiet des heutigen Deutschland (besonders die Hanse) eine wirtschaftliche Blütezeit zu beobachten – ohne Grossbanken, ohne zinsbelastetes Geld.
Leider sind alle Ideen, die den Zins und die dadurch unvermeidbare Schuldenwirtschaft (um die Zinsen bedienen zu können müssen Schulden aufgenommen werden) sofort verdächtig: Man wird in die Nähe von Antisemiten gestellt.
Doch darum geht es gar nicht. Es geht darum, dass der Staat ab einem gewissen Punkt nicht einmal mehr die Zinsen bedienen kann (siehe USA heute), geschweige die Schulden abzubauen. Mit immer mehr Wirtschaftswachstum ist dies nicht zu bewerkstelligen, wie die heutige Staatsverschuldung der meisten westlichen Industrienationen zeigt.
Im Film oben werden die Ideen von Haisenko ergänzt durch die Diskussion über digitales Zentralbankgeld (CBDS’s), Kapitalismus- und Systemkritik etlicher anderer Denker, wie z.B. Silvio Gesell oder - einer meiner Lieblings-Kinderbuchautoren - Michael Ende. Sie alle fordern echte Demokratie, die dem Gemeinwohl dient, statt Lobbyvertretern und Grosskapital.
Ende’s Buch “Momo” übt genau diese Geld- und Systemkritik: Die “grauen Herren” im Buch verkörpern dabei die Geldverwalter (umgedeutet als Zeitverwalter der Stadtbewohner), welche immer mehr brauchen, um selbst überleben zu können.
Das heutige Geldsystem mit ihrer spekulativen Börse, die sich von der Wertschöpfung durch kaufbare Produkte/Dienstleistungen entkoppelt hat, ist zu einem Casino verkommen (mit Auswüchsen wie “Polymarket” wo man auf alles mögliche Wetten abschliessen kann). Exorbitante Vermögen sind in Steueroasen parkiert, anstatt dass sie der Wirtschaft zur Verfügung stünden oder ins Gemeinwohl investiert würden.
Das herrschende Finanzsystem führt zu immer mehr Kapitalanhäufung bei den Reichsten, die längst eine Sättigung erreicht haben und keine Produkte mehr kaufen, während immer grössere Teile der Menschheit aus dem Mittelstand in die Prekarität oder Armut abgleiten. Es wird Zeit, dass wir den Systemwechsel angehen, zum Wohle auch derer, die zu den reichsten 1% gehören.
Mehr zur Humanen Marktwirtschaft folgt in kommenden Beiträgen.

